Reisebericht

Reisebericht meiner Islandreise im Juni 2004

1.Tag am 10.06.2004

Das erste mal fliegen,war aber super. Check in ohne Probleme. Dann auch noch nen Fensterplatz. Schade das bei Start und Landung keine elektrischen Geräte erlaubt sind.
Route: Frankfurt dann über Holland, Schottland. Irgendwann ‚rechts‘ ein Gebirge oder Wolken??? Pilot erklärte dann das ist der Vatmajökull(Hoffentlich richtig geschrieben)Und dann taucht Island aus dem Dunst auf. Und das bei klarem Wetter und viel Sonne. Ja da musst ich halt mal viele Bilder machen. Hab dann bei der Landung den Photo als nichtelektrisch ‚deklariert‘ und hat auch niemand was gesagt. Dann erstmal Chaos beim Gepäck erst an Band 1 dann doch an Band 3. Irgendwann kam dann mein Rucksack und dann nix wie raus. Inzwischen ist ca. 22.30 Uhr Ortszeit. Dann erster Fussmarsch zur JuHe(ca. 5km), war gut ausgeschildert. Dann stehen 5 Deutsche an der Rezeption und niemand ist da. Hab dann auch noch ein Bett gekriegt und konnte sogar in EUR bezahlen. Achja und Möwen können total lästig sein. Dafür ist der Boden hier aus Moos, was ein interessantes Gefühl beim Laufen gibt.
Juhe Nardvik: 12m Höhe, N63°59.014′, W022°32.957′. Hier ist übrigens 24h hell.
Im Flieger hab ich auch wieder für Chaos gesorgt weil ich dachte die Sitzplätze sind Hexadezimal nummeriert. War dann etwas zur ‚falschen‘ Zeit im Flieger. Mann hat mich dort dann für einen Schweizer gehalten frag mich nur wieso.

2.Tag am 11.06.2004

Eigentlich wollte ich Geldwechseln gehn aber die haben erst um 09.15 aufgemacht un es war so ca. 7.00 Uhr. So bin ich halt nach einem Geistesblitz nach Reykjavik aufgebrochen. Schilder sagten 44KM und GPS sagte 32KM(leider Luftlinie). So ging’s los durch eine richtige Wüstenei und immer der Straße nach. Naja fast immer. Nach 30Km hat mich dann ein Isländer aufgesammelt und nach Hafnarfjödur gefahren und dort vor der Bank abgesetzt. War sehr freundlich. Das umtauschen hat dann ganz gut geklappt. 1 EUR = 85 ISK. Der Bus nach Reykjavik hat pauschal 220ISK gekostet. Jetzt nur noch die JuHe finden und schlafen. Theoretisch!. Praktisch: ohne Plan in die völlig falsche Richtung. Dann gefragt (sehr hilfsbereite Isländer) und endlich JuHe gefunden. Dabei die Stadt total durchquert ;-). Briten haben mir dann noch einen Stadtplan geschenkt nachdem ich sie gefragt hab. JuHe war dann leider voll hab aber einen Zettel mit Gästehäusern bekommen. Eins angerufen und die haben ich sogar abgeholt. Sehr freudliche Hauseltern. Einzelzimmer mit gemeinschafts Küche für 1800 ISK. Abends noch ein wenig gefilmt.
Tageskilometer: 35- 40 KM.
Wetter: abends super, tagsüber bedeckt

3.Tag am 12.06.2004

Nach 11 Stunden Schlaf gings dann los zum BSI Busterminal. Vorher noch im Kirglan(riesiges Einkaufszentrum) gewesen wo ich dann auch Camping-Gas bekommen hab. Bus nach Selfoss genommen. Dummerweise in Hveragerdi ausgestiegen weil ichs verwechselt hab. Auf dem Schild stand 2km allerdings hat sich herausgestellt, dass der ‚1‘ abhanden gekommen ist es waren nämich 12KM. Trotz schlechtem Wetter war die Landschaft toll. Es hat ein kräftiger Gegenwind geherrscht(15m/s) was das Laufen nicht grade erleichtert hat aber dafür gesorgt hat, dass ich nach einem Regen-Schauer umso schneller wieder trocken war. Achja und was heist Feuerzeug auf Englisch?? Hab’s aber dann erklärt gekriegt. Nach ca. 8km haben mich dann zwei Isländer mitgenommen und sogar bis zum Campingplatz gefahren. Campen bei dem Wetter war nix(zumindest mit meinem Zelt) und so hab ich ne Sleeping-Bag-Accomentation genommen. Das heißt: Meistens Einzelzimmer, sonst wie JuHE mit Gemeinschaftsküche und Aufenthaltsraum. Zuerst hab ich gedacht ich bin ganz alleine in dem Haus. Es war aber noch ne Norwegerin da. Die arbeitet in Selfoss bei der Stadt und finanziert so ihren Aufenthalt. Auch ne gute Möglichkeit. Erste warme Mahlzeit in Island und schon Blasen 1. im Mund von der heißen Suppe 😉 und 2. am Fuß war aber kein Problem. Ich habs beim laufen dank gutme Schuhwerk nicht gemerkt. Achja und was muss man tun wenn man sich in den Wäldern Island verirrt hat? Aufstehen :-). Die größten Wälder sind nämlich in Reykjavik und sonst sind die spärlich vorkommenden Bäume nur so 1 – 2m hoch.
Tageskilometer: 10 – 15 KM.
Wetter: Regenschauer mit Sturmböen

4.Tag am 13.06.2004

Heute wollte ich eigentlich zum GoDi in der Kirche gegenüber aber da war nix los. Versteh einer die Isländer ;-). Dafür ist nach dem Frühstück eine Frau aus Litauen, die hier für ne Rohrfirma arbeitet während der Mann zuhause auf den Hund aufpasst, hereingeplatzt. Die hat mich dann mit auf Tour genommen und so ein bissle Reisefüher gespielt. So bin ich am Meer gewesen, hab ein Touristengewächshaus und einen Vulkankrater gesehen. War toll. Die Einkaufzeiten sind hier auch etwas anders die machen meist erst so gegen Mittag auf aber haben jeden Tag geöffnet. So war ich noch etwas einkaufen und hab noch ne Nacht bezahlt. Abends noch die Route der nächsten Tage festgelegt.
Tageskilometer: 0KM
Wetter: 8-10° regnerisch und windig.

5.Tag am 14.06.2004

So geplant war in 3 Tagen nach Gulfoss und es kam alles anders. Bin morgens in Selfoss gestartet und erstmal in die falsche Richtung marschiert. Durch Wind und Regen war die eine Seite schon nass. Dann umgedreht und so war auch die andere Seite nass . Naja wenigstens gleichmäßig verteilt. Aber hier trocknet alles recht schnell wieder. Sonst waren die nächsten 15km bewölkt und die Sonne hat sich mit eineigen wenigen Regenschauern abgewechselt. Dann erstes mal mit Gaskocher ‚gekocht‘. Da ich mich mit dem Wasser verschätzt habe ist aus dem Linseneintopf ne Linsensuppe geworden. Aber der Hunger treibt’s rein. Hab den mit dem Rechner vom Handy die Grundfläche des Topfes ausgerechnet und hab dann abgeschätzt wieviel Wasser ich das nächste mal verwenden muss. Da eine neue schlechtwetterfront heranzog hab ich beschlossen zu Trampen. Da hat mich dann ein Bauer auch mitgenommen nur hat der leider nur Isländisch gesprochen. Hab dann auf der Karte gezeigt wohin ich will. So war ich um 3.00 Uhr in Fludir. Dort bekam ich die Info, dass ich zum Schlafen ca. 10 Km zurück gehen müsste. Fand ich keine gute Idee und so hab ich die 25 km bis nach Gulfoss in Angriff genommen. War ein super Tag mit ganz toller Landschaft und tollem Wetter. Der Rucksack super gesessen und ich hab alle 5km ne kleine Pause eingelegt so hat das ganz gut geklappt. Unterwegs hab ich noch zwei Hunde getroffen was aber gar nicht so einfach war. Denn der kleine fand das ganz toll, dass er jemanden zum spielen gefunden hatte. Der Ältere aber hielt mich für eine Bedrohung und hat die Zähne gefletscht und den Schwanz eingezogen. So und nun werde die zwei mal los ;-). Abends bin ich dann todmüde und KO in einem Hotel 3 Km vor Gulfoss angekommen. Dann nur noch duschen und ab in die Heia. War ein toller Tag.
Tageskilometer: 40 Km gelaufen und 30 Km gefahren.
Wetter: Bewökt und abundzu Sonne und ein paar Schauer.

6.Tag am 15.06.2004

Heut war ich dann in Gulfoss. Ist halt ein Wasserfall dem einen gefällts dem anderen nicht. War jetzt persönlich nicht so begeistert. Der Himmel war morgens etwas bedeckt. Kurz vor Geysir wollt ich dann eigentlich nur Mitagessen kochen und kurz Rast machen. Aber der Isländiche ‚Wald‘ (bei uns Hecken) hat mir gefallen und so hab ich das Zelt aufgebaut. Die Strecke ist touristisch sehr befahren und ich hab einige deutsche Auto’s gesehen. Sogar eins mit FDS-Kennzeichen und Fisch drauf. Abends war das Wetter dann noch richtig gut und ich hab Bilder von den Geysiren gamacht. Wobei Geysir eigentlich der Name des größten ‚Geysirs‘ dort ist und dann als Bezeichnung für alle anderen übernommen wurde. Aber eigentlich haben die eigene Namen. Erstmals sind mir heute die Mücken auf den ‚Keks‘ gegangen. Naja entweder es windet oder die Mücken sind da. Sind keine Stechfliegen aber sitzen halt im Gesicht und man muss aufpassen, dass man keine verschluckt. Die Nacht im Zelt war ungewohnt aber ganz OK.
Tageskilometer: 15KM
Wetter: bewölkt, trocken abends sonnig.

7.Tag am 16.06.2004

Gut das ich gesern Bilder gemacht habe, heute ist ned so schön. Also nachdem ich das Zelt abgebaut hab und die 2 millionen Fliegen verscheucht hab, gings nach ner schlechten nacht los. Das System 5km-Pause hat sich recht gut bewährt.Nach 16 km stoppt neben mir ne deutsche und fragt ob ich mit will. So war ich recht schnell in Laugarvatn. Ich hab dann erfahren, das eine Rundtour mit dem Auto(ein Polo) für ein Woche 700EURO kostet wobei 400 EUR Miete und 300 EUR Sprit sind. Ich bin dann in der urigsten JuHe abgestiegen. Das war früher mal ne Post und der Aufenthaltsraum war die ehemalige „Schalterhalle“ hat toll ausgesehen. Einkaufen war auch mal wieder spannend. Denn was von außen wie ne Tankstelle aussah entpuppte sich als kleiner Supermarkt mit zwei Kassen von denen keine besetzt war. Abends ist dann die Sonne wieder rausgekommen war toll.
Tageskilometer: 16KM
Wetter: bedeckt, abends sonnig.

8.Tag am 17.06.2004

Morgens hat mich blauer Himmel und bestes Wetter erwartet. Hab aber kein Hektik aukommen lasse und bin um 10.00Uhr dann Richtung Pinvellir aufgebrochen. Gleich am Anfang bin ich auf einen Berg gekraxelt was sich dank der tollen Aussicht, trotz der Anstrengung gelohnt hat. Darauf folgten 10 Km Staubpiste durchs Tal. Dafür hat mich am nächsten ‚Pass‘ wieder ne tolle Aussicht erwartet. Abends bin ich dann auf dem Zeltplatz angekommen (500ISK pro Nacht). Dort hab ich 2 deutsche Radfahrer getroffen die mich unterwegs überholt haben. Es war da auch noch in einzelen Radler aus Deutschland und wir haben uns ein wenig unterhalten. Abends hat’s wieder kräftig gewindet und ich hab mal wieder bereut, dass ich am Zelt gespart hab.
Tageskilometer: 27 KM
Wetter: blauer Himmel und viel Sonne

9.Tag am 18.06.2004

Nach einer super, aber etwas kalten Nacht hat morgens mal wieder das Wetter umgeschlagen. Wenigstens hat’s nicht geregnet. Dann ging’s los zum Pingvellir einem Tal das aufgrund seiner tollen Akustik früher als Isländischer ‚Bundestag‘ verwendet wurde. Nunja die Akustik konnte ich nicht nachvollziehen aber es waren fast so viele Menschen wie im Bundestag da. Furchtbar viele Touries. War aber ne schöne Aussicht über Islands größten See. Dann der Straße Richtung Reykjavik folgen und nach 11 KM abbiegen. Bin dann nochmal 8 KM am See nach Süden gelaufen. Da die Straße sogut wie nicht befahren war hab ich am Straßenrand gekocht. Viele Isländer haben noch irgendwo eine Hütte stehen wo sie am Wochenende oder in den Ferien mal hinfahren. Das sind dann richtige Hüttengebiete. Genau so eins lag dann vor mir. Ich hab dort welche nach ner Möglichkeit zum zelten gefragt (Englisch!) und hab dann auf einer Wiese gecampt. Abend’s um 20.00 Uhr hat’s dann agefangen zu Regnen und ich konnte mich auf meine schlechteste Nacht in Island vorbereiten.
Tageskilometer: 19 KM
Wetter: bedeckt, nachts Regen

10.Tag am 19.06.2004

Heut stand dann eine ‚Offroad‘-Route auf dem Programm. Die Nacht war recht beschwerlich da der Regen ins Zelt reinkam und dann aber dank meinem sehr saugfähigen Schlafsack drinnen geblieben ist. War ganz toll. Niemehr spar ich am Zelt. Hab mich dan auf den Weg zur Überquerung des ‚Gebirges‘ gemacht. Dort waren einige Gebiete mit heißen Quellen und was man auf den Photos nicht sieht es riecht dort sehr stark nach Schwefel. Der Wind war weg und die Mücken waren wieder da. Aber man gewöhnt sich dran. Es war dort richtig Menschenleer und ich kam mir vor wie der erste Mensch dort(was natürlich nicht so war). Es gab dort auch einige sumpfige Stellen was sich dann durch eine entsprechende natürliche Beschichtung der unteren Regionen meiner Hose bemerkbar machte. Aber mit der Zeit lernt man die Stellen vom Rest zu unterscheiden. Dort kam auch das GPS so richtig zum tragen. Nach der überquerung vieler Bäche und eines kleinen Flusses bin ich dann in Hveragerdi angekommen. Hab wieder deutsche getroffen unteranderem den Radler von Pingvellir. War interessant sich zu unterhalten. Er hat in 4 Wochen 1700 KM mit dem Fahrrad gemacht. JuHe? ist Ok aber etwas teuer 1950 ISK.
Tageskilometer: 23 KM
Wetter: bedeckt und mittags viel Sonne.

11.Tag am 20.06.2004

Heute ging’s auf der schon bekannten Route nach Selfoss. Diesmal war das Wetter besser. Trotzdem war ich froh als die Stecke zurückgelegt war. In der schon bekannten Unterkunft war jetzt auch noch ein Schwede in meinem Alter. Der ist von Beruf Schreiner und versucht hier über die Ferien was zu arbeiten zu finden. Sonst war nicht mehr viel. Hab noch ein wenig das gute Wetter ausgenützt und Bilder gemacht.
Tageskilometer: 15 KM
Wetter: sonnig ca. 17°

12.Tag am 22.06.2004

So heute war einfach Urlaub auf den Programm. Ein wenig mit dem Schweden geredet. Außerdem die Stadt ‚unsicher‘ gemacht.
Wetter: sonnig ca. 17°

13.Tag am 22.06.2004

Heute gings zurück nach Reykjavik. Dort bin ich um ca. 12 Uhr in den Gästehaus wo ich schon mal war eingetroffen. Dort einen Norweger der einen Schwedischen Pass hatte und hier in Island als Gärtner gearbeitet hat getroffen. Der erzählte, dass er mal für eine Internetfirma gearbeitet hat. Ich hab gedacht der hat da Homepages prorgammiert und hab angefangen den mit Fachbegriffen zu bombadieren. Der hat dort aber auch als Gärtner gearbeitete und hatte von PC’s keine Ahnung. Naja war auch nicht schlimm.
Wetter: sonnig ca. 17°

14.Tag am 23.06.2004

Heut hab ich Reykjavik durchsucht in der Hoffnung einen Gitarrenladen zu finden wo ich ein bissle spielen kann. Hab auch welche gefunden aber die waren eher was kleines. Dafür kenn ich mich in Reykjavik recht gut aus auch da wo so ’normale‘ Touristen nicht hinkommen. Abends bin ich den mit dem Norweger der übrigens Benjamin heißt noch ein bissle auf Tour gewesen. So sind wir bei einem Arbeitskollegen von ihm gelandet um dort Kuchen zu vernichten. Was rauskam war folgendes ich war plötzlich mitten in einem Hauskreis und wir haben uns über Daniel.2 unterhalten war toll. Spät abends hab ich dann in der Herberge noch drei deutsche getroffen. Die waren auch zu Fuß unterwegs wie ich. So konnten wir ein wenig Fachsimpeln. Ist recht spät geworden.

15.Tag am 24.06.2004

So heut geht’s wieder Heim. Also zum los zum BSI-Terminal und in den Bus zum Flughafen eingestiegen. Dort war ich dann so gegen 15.00 Uhr und der Flieger ging um 23.15 Uhr. Das heißt effektiv viele Stunden warten. Später hab ich einige getroffen die wie ich auf den gleichen Fleiger gewartet haben. Wir haben dann auf einem Laptop die Urlaubsfotos angeschaut und so ist die Zeit recht schnell vergangen. Hab später sogar noch einen kostenlosen Kaffee bekommen weil die in dem Laden eigentlich schon zu hatten. Hab dann noch welche getroffen die mit dem gleichen Flug wie ich hergekommen sind und in Frankfurt vor mir gestanden sind. Auch dort war’s spannend Erfahrungen auszutauschen. Dann in den Flieger rein und ab nach Hause.

16.Tag am 25.06.2004

Morgens um 5.05 Uhr planmäßige Landung in Frankfurt. War ein toller Flug und vor allem die Kurve am schluss hat mir gefallen. Denn der Pilot musste von Osten her landen wir kamen aber aus Nord-Westen und so gab’s am Ende ne elegante Kurve. Auch die Städte Englands sehen bei Nacht interessant aus, da die Beleuchtung in orange ist meint man das die Städte ‚glühen‘. Alles in allem war’s eine super Reise. Hab wieder manches gelernt und vieles gesehen.

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