Geistige Waffenrüstung heute

In Epheser 6 gibt Paulus den Christen ein paar Tipps wie sie ihren Glauben am besten leben sollen. Dazu bedient er sich eines Vergleiches, indem er das Beispiel eines römischen Soldaten heranzieht. Damit konnte damals wohl jeder Mensch etwas anfangen, da die Weltmacht Rom mit ihren Soldaten quasi überall präsent war. Doch heute ist das alles ein wenig anders. Wie würde Paulus heute argumentieren? Vielleicht anhand eines Computers?

Einführung

10 Noch ein Wort zum Schluss: Werdet stark durch den Herrn und durch die mächtige Kraft seiner Stärke!
11 Legt die komplette Waffenrüstung Gottes an, damit ihr allen hinterhältigen Angriffen des Teufels widerstehen könnt.
12 Denn wir kämpfen nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut, sondern gegen die bösen Mächte und Gewalten der unsichtbaren Welt, gegen jene Mächte der Finsternis, die diese Welt beherrschen, und gegen die bösen Geister in der Himmelswelt.
13 Bedient euch der ganzen Waffenrüstung Gottes. Wenn es dann so weit ist, werdet ihr dem Bösen widerstehen können und noch aufrecht stehen, wenn ihr den Kampf gewonnen habt.
Epheser 6,10-11

Zuerst einmal der Sinn und Zweck der Waffenrüstung. Sie bot sowohl Schutz wie auch die Möglichkeit zum Angriff bzw. zu der Verteidigung. Ein Soldat ohne Waffenrüstung war leicht zu besiegen und jedes Teil hatte seinen bestimmten Platz und seine Aufgabe. Nur einen Teil zu verwenden hat die Möglichkeiten eingeschränkt und den Soldaten verwundbar gemacht.

Heute würde Paulus den Verse 11-13 vielleicht so schreiben:

11 Verwendet das komplette Sicherheitspaket Gottes, damit ihr gegen alle hinterhältigen Angriffe des Bösen gewappnet seid.
12 Ihr müsst euch nicht gegen Hacker und Viren wehren, sondern ihr müsst es mit den bösen Mächten und Herrschern der unsichtbaren Welt aufnehmen. Dazu gehören die Streitkräfte der Finsternis, die diese Welt beherrschen und die Dämonen welche im Himmel unterwegs sind.
13 Verwendet auf jeden Fall das komplette Sicherheitspaket. Wenn es dann zu einem Angriff kommt, dann werdet ihr eure Daten sicher haben und auch nachdem der Angriff vorüber ist, ohne Schaden dastehen.

Wahrheit und Gerechtigkeit

14 Sorgt dafür, dass ihr fest steht, indem ihr euch mit dem Gürtel der Wahrheit und dem Panzer der Gerechtigkeit Gottes umgebt.
Epehser 6,14

Der Gürtel

Der Gürtel sorgte dafür, dass bei dem Soldaten alles an seinem Platz blieb. Wenn der Gürtel nicht für den nötigen Halt sorgte, dann konnte es sein, dass die Bekleidung verrutschte und er so behindert wurde. Dies war sowohl im Angriff wie auch bei der Flucht fatal.

Der Panzer

Der Panzer war das zentrale Schutzelement der Soldaten. Eng am Körper schützte er den Torso vor Verletzungen. Schaffte es ein Angreifer die Rüstung zu durchbrechen, dann war der Soldat so gut wie tot. Es war die letzte Sicherheit und Notfallebene, wenn der Soldat selbst einmal einen Schlag nicht abwehren konnte.

Heute würde Paulus das vielleicht so schreiben:

14 Sorgt dafür, dass eure Software auf den neusten Stand ist. Installiert immer alle Sicherheitsupdates damit niemand bekannte Sicherheitslücken ausnützen kann. Dies ist wie die Wahrheit, welche euch davor schützt, dass ihr ein schlechtes Gewissen haben müsst und somit angreifbar seid.
Und installiert auf jeden Fall einen Virenscanner, welcher euch vor Viren schützt. Dieser ist wie die Gerechtigkeit Gottes, welche euch umgibt und davor schützt, dass euch jemand anklagen kann.

Die gute Botschaft

15 Eure Füße sollen für die gute Botschaft eintreten, die den Frieden mit Gott verkündet.
Epeher 6,15

Die Füße waren für die Mobilität verantwortlich. Ein Soldat mit Blasen an den Füßen konnte sich nicht mehr so gut bewegen. Damit konnte er sich auch nicht schnell in Sicherheit bringen, wenn er einen Angriff nicht abwehren konnte.

Heute könnte das so klingen:

15 Surft nicht auf Seiten mit illegale Inhalt oder pornographischen Seiten, damit setzt ihr euch vermehrt Schädlingen aus. Outet euch lieber in Bezug auf euren Glauben und erzählt vom Frieden Gottes.

Der Glaube

16 Setzt den Glauben als einen Schutzschild ein, um die feurigen Pfeile des Satans abzuwehren.
Epheser 6,16

Der Schutzschild war in der Regel mannshoch und mit Leder auf der Vorderseite überzogen. Er schützte vor allem vor Pfeilen. Auch brennende Pfeile konnten dem Schild nichts anhaben, da er dafür mit Wasser übergossen wurde, welches dann das Leder durchnässte. Der Schutzschild war die äußerste Verteidigungsschicht des Soldaten. Jedes feindliche Geschoss, dass mit dem Schild abgewehrt werden konnte, stellte keine Gefahr mehr da.

Wenn wir das übertragen könnte das so lauten:

Gebraucht euren Verstand um nicht in Gefahr zu geraten. Informiert euch regelmäßig über Gefahren, welche im Internet lauern. Damit ihr gefährliche von ungefährlichen Mails unterscheiden könnt. Dies ist vergleichbar mit dem Glauben. Die mit Gott gemachten Erfahrungen helfen euch, ihm zu vertrauen, wenn ein Problem auf euch zukommt.


Die Rettung und das Wort Gottes

17 Setzt den Helm eurer Rettung auf und nehmt das Wort Gottes, euer Schwert, das der Geist euch gibt.
Epheser 6,17

Der Helm

Der Helm schütze den Kopf des Soldaten, welcher neben dem Torso zu den empfindlichen und wichtigen Körperteilen gehört. Im Kopf befinden sich das Denken und die „Steuerung“ für den Menschen. Der Helm musste nicht nur Verletzungen verhindern sondern auch die Wucht des Schlags verteilen, damit der Soldat nicht sein Bewusstsein verlor.

Das Schwert

Mit dem Schwert war der Soldat in der Lage sich sowohl zu verteidigen wie auch anzugreifen. Schon ein Sprichwort sagt: „Angriff ist die beste Verteidigung“. Der Angreifer ist in der Regel im Vorteil, da er weiß was er als nächstes vorhat. Der Verteidiger muss den Beginn des Angriffes abwarten und kann dann erst reagieren. Dies benötigt Zeit, in welcher der Soldat verwundbar ist.

In unserem Beispiel würde Paulus vielleicht das hier schreiben:

Macht regelmäßig Sicherheitskopien von euren wichtigen Daten. Das ist wie die Errettung von Gott, welche euch die Sicherheit gibt, die ihr nötig habt um nicht an eurem Glauben zu zweifeln.
Werdet selbst zum Hacker. Nehmt euch ein Testsystem bei euch zuhause und versucht es zu attackieren. Damit könnt ihr Vorgehensweisen lernen und euch gezielt dagegen schützen. Das ist wie wenn ihr die Bibel zitiert um euch gegen den Teufel zu wehren.

Das Gebet

18 Betet immer und in jeder Situation mit der Kraft des Heiligen Geistes. Bleibt wachsam und betet auch beständig für alle, die zu Christus gehören.
19 Betet auch für mich und bittet Gott, mir die richtigen Worte zu geben, wenn ich mutig das Geheimnis seiner guten Botschaft weitersage.
20 Ich bin im Gefängnis, weil ich als Gottes Bote diese Botschaft verkündet habe. Betet darum, dass ich weiter so offen und furchtlos rede, wie es mir aufgetragen ist!
Epheser 6,18-20

Gebet ist das kommunizieren mit Gott persönlich. Nicht einfach eine Sache die im Raum verhallt oder bis zu Decke steigt. Wenn man betet reagiert Gott. Dabei muss nicht unbedingt eine formale Vorschrift eingehalten werden. Ein Gebet kann überall sein. Es gibt auch nichts, was für Gott zu groß oder zu banal wäre. Ein Jungscharler hat mir einmal erzählt, er hätte bei der Autofahrt gebetet, dass jetzt bald eine Toilette kommt, weil er dringend mal musste. Doch dann war er sich nicht sicher, ob er Gott mit so etwas „belästigen“ darf. Zum Glück darf er das, denn Gott will sich um alle Sorgen kümmern.

Auf „computerisch“ würde das lauten:

Nehmt euch die Zeit um euch in Computermagazinen zu informieren und nutzt Foren um zu stellen, wenn ihr euch nicht sicher seid. Das ist vergleichbar mit jemandem der in jeder Situation zu Gott betet.

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