Resumee Frankreich 2007

Ein Urlaub mit Oli, das riecht nach etwas eher ungewöhnlichem und das war es in der Tat. Nachfolgend versuche ich mal zusammenzufassen was ich alles so kapiert und gelernt habe.

Frankreich 2007 – oder ein nicht ganz gewöhlicher Urlaub

Man hat lange darauf gewaret und dann ist es da,man will es gar nicht so glauben und schwupp – schon ist es auch wieder vorbei und man schreibt vielleicht noch einen Text wie ich hier. Tja und dann. Wars das? Wofür überhaupt Urlaub? Die Antworten werden sehr individuell und breit gefächert sein. Für mich zählen folgende Kritierien.

1) Ich habe andere Menschen kennen gelernt.

2) Ich habe etwas gelernt.

3) Ich habe an mir selber wieder etwas entdeckt.

4) Ich habe viel nachgedacht

5) Ich war in der Natur unterwegs.

Das sind für mich die Kriterien eines Urlaubs. Mancher wird jetzt Erholung und Spass vermissen. Ich bin dem nicht abgeneigt und gerne lustig drauf. Aber das macht für mich den Urlaub nicht aus. Das sind mehr Folgeerscheinungen. Lerne ich z.B. andere Menschen kennen dann unterhält man sich. Tauscht sich aus. Das macht ungemein Spass denn jeder hat irgendeine interessante Geschichte erlebt, die es sich lohnt mitzuteilen. Durch dieses Geben und Nehmen lerne ich viel. Repekt vor dem anderen. Toleranz anderen Menschen gegenüber. Dinge die andere schon erlebt haben und die ich übernehmen kann und ganz wichtig werde ich selber auch durch die Handlungsweise des andern Menschen in Frage gestellt. Damit komme ich auch schon zu Punkt 2. Es ist wichtig, denke ich, dass man sich immer wieder selber in Frage stellt. Was tue ich und wieso? Das soll jetzt nicht in ein krankes Fehlersuchen ausarten. Es soll nur aufmerksam machen, denn die Geschichte die ein anderer erzählt, passt vielleicht auch auf mich. Oder ein anderer lebt komplett anders wie ich es normalerweise gewöhnt bin. Da wird unter der Dusche, dann die Warmwasserregelung ständig nachjustiert, da der Gas-Durchlauferhitzer keine gleichmäßige Wärme produziert. Da wird der Kaffee von Hand gefiltert, weil es keine Kaffeemaschine gibt. Da wird das Brot selber gebacken und das Essen noch selber gekocht. Dinge die in „meiner“ Welt schon zu etwas abstraktem gehören. Komisch oder? Und ich nehme dies gar nicht mehr wahr. So ist es, so war es immer und so wird es auch immer sein. Gut wenn man dann mal was anderes sieht. Das habe ich auf jeden Fall gelernt und gesehen:

Glück hängt nicht von dem was man hat ab, sondern welche Einstellung man zu dem hat, was man besitzt. Oder in einem Filmzitat ausgedrückt: Schicksal ist was man draus macht.

Und was mache ich? Ich sitze da und drehe Däumchen, während ich mir vorstelle, was ich alles noch benötige damit ich endlich loslegen kann. Dabei besitze ich schon alles. Ich brauche nur mich selbst und die Bereitschaft zu gehen bzw. zu geben. Das ist auch so etwas total primitives aber so schwer umzusetzendes. Jeder Mensch, der halbwegs vernünftig denkt, kommt zu dem Schluss, dass „Geben viel glücklicher macht als das Annhemen“. Trotzdem versuche ich dauernt etwas zu bekommen oder zu erreichen. Warum nicht den Spieß umdrehen? Dort wo ich war, leben keine reichen Menschen, sondern gewöhliche Leute. Trotzdem konnte ich dort wohnen, habe zu Essen bekommen und wir haben zusammen die Zeit verbracht und ich bin sicher, diese Menschen haben viel mehr aus dieser Zeit mitgenommen als ich, der ich doch der Gast war. (Ich hoffe nicht nur negatives, denn ich war ja der Gast Wink) Also warum nicht mehr in soziale Kontakte investieren. Nicht in rauschenden Festen sondern ganz einfach. Das erweitert den Horizont und gibt einem mehr als ein Abend vor der Glotze oder dem Rechner. Klar ist das jetzt nicht individuell anwendbar. Aber einfach mal ein Beispiel wie es z.B. funktionieren kann. Und wenn der Platz mal knapp wird, ist doch egal. Ich habe meine erste Nacht im Wohnzimmer verbracht. Hat super geklappt.

Darum der nächste Merksatz, der übrigens aus der Bibel stammt: Geben ist seliger als Nehmen.

Weiter habe ich noch gelernt, was es heißt über den eigenen Schatten zu springen. Also jetzt nicht physisch sondern psychisch. Da war einmal ein Tag, da ging einiges schief und statt mich zu bemittleiden, wie das vielleicht bei uns so gewesen wäre, habe ich die dortige Mentalität voll abbekommen. Dort gibt es noch richtige Schadenfreude. Das war strange. Ich wusste ja, das ich daran Schuld war, dass es schief gegangen ist. Aber trotzdem hat mich das ganz schön gewurmt. Denn hier zuhause, wird immer alles durch die Blume ausgedrückt. Dort wurde ich mit den harten Facts konfrontiert. Das war aber nicht böse gemeint. Trotzdem hab ich ne Weile gebraucht, bis ich das verdaut hatte, obwohl der Kopf mir dauernt gesagt hat, jetzt sei doch nicht gleich eingeschappt. Es war eben ein Lernprozess für mich. Ich bin jetzt auch nicht der Meister aber ich habe da wieder gelernt, das Gefühl, durch den Verstand zu steuern und nicht andersrum. Das war eine sehr interessante Lektion, die ich da hatte. Und nebenbei hat es mich noch ganz schön motiviert, da ich die „Schande“ nicht auf mir sitzen lassen wollte. Aber hier war das Fazit, dass direkter Umgang manchmal einfach Klarheit schafft und man weiß wo man dran ist. Das ist besser als wenn man es auf Umwegen herausbekommt.

Lieber hart aber herzlich als sanft und nicht ehrlich.

Damit möchte ich meinen Exkurs auch hier beenden.

Fragen, Ideen und Anregungen sind sehr willkommen.

Schreib einen Kommentar