Die Bergpredigt


Wer ist glücklich zu preisen?

Er sagte: »Glücklich zu preisen sind die, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.

Glücklich zu preisen sind die, die trauern; denn sie werden getröstet werden.

Glücklich zu preisen sind die Sanftmütigen; denn sie werden die Erde als Besitz erhalten.

Glücklich zu preisen sind die, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten; denn sie werden satt werden.

Glücklich zu preisen sind die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.

Glücklich zu preisen sind die, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott sehen.

Glücklich zu preisen sind die, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.

Glücklich zu preisen sind die, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.

Glücklich zu preisen seid ihr, wenn man euch um meinetwillen beschimpft und verfolgt und euch zu Unrecht die schlimmsten Dinge nachsagt. Freut euch und jubelt! Denn im Himmel wartet eine große Belohnung auf euch. Genauso hat man ja vor euch schon die Propheten verfolgt.«

Matthäus 5,3-12 (Neue Genfer Übersetzung)

Wir waren im letzten Kapitel bei dem Beginn der Bergpredigt und den ganzen Vorbereitungen, jetzt beginnt Jesus die Menschen zu lehren und sein erster Punkt ist schon einmal reichlich komisch. Er fängt an, wer alles „glücklich zu preisen“ ist. Was heißt das denn genau?

Glücklich oder Glück, dass kennt jeder von uns und vielleicht geht es dem einen oder anderen auch so, dass man sich selbst eher als Pechvogel wahrnimmt und das Glück irgendwie bei den anderen ist. Beispielsweise beim spielen. Ich habe immer Risiko gegen meinen Bruder verloren als wir noch klein waren. Er hatte beim Würfeln einfach das geschicktere Händchen und hat die Länder erobert, von denen ich dachte ich hätte sie ausreichend gesichert und zu allem Ärger auch noch mit deutlich weniger Spielarmeen als meine Verteidiger. Das hat dann oft zu Frust geführt. Doch wahrscheinlich, war das nur so meine Wahrnehmung und jeder hat mal gewonnen oder verloren. Doch zurück zum Glück. Wenn man Menschen nach Glück fragt, dann antworten sie wahrscheinlich mit Erfolg, Reichtum, eine schöne Frau bzw. einen erfolgreichen Mann, ein teures Auto, Gesundheit und noch viel mehr. Glück ist wenn es uns gut geht. Dabei ist Glück oft sehr relativ und hängt von unserer Umgebung ab. Wo alles gleich ist, da gewöhnt man sich daran und nimmt das Glück ein Stück weit als selbstverständlich. Dies kann dann dazu führen, dass wir von Glück überschüttet sind und trotzdem total unglücklich sind. Grund ist, dass wir unser Glück gar nicht wahrnehmen, weil wir viel zu sehr auf das negative sehen oder es als selbstverständlich auffassen. Darum spricht Jesus hier auch von glücklichen Menschen. Der Unterschied zwischen jemandem der Glück hat und einem glücklichen Menschen ist, dass der erstere die Gegebenheiten hat und der andere die entsprechende Wahrnehmung hat. Man kann natürlich auch Glück haben und glücklich sein. Doch folgt das glücklich sein nicht automatisch aus dem Glück und manche brauchen wenig Glück um glücklich zu sein und andere haben sehr viel Glück und sind überhaupt nicht zufrieden sondern unglücklich.

Darum stellt sich jetzt die Frage, wenn nennt Jesus hier einen „glücklichen Menschen“ denn das heißt das „Glücklich zu preisen“. Jemand zu dem man bewundernd aufschaut und bei dem man denkt:“ Mensch der hat es aber schön. Eigentlich etwas ganz normales. Man könnte sagen: „Glücklich zu preisen, wer die Goldmedaille gewonnen hat.“ oder „Glücklich zu preisen, wer Erfolg im Beruf hat“ und so weiter. Damit ist denke ich klar, was die Bedeutung des Wortes ist, doch lesen wir einmal weiter, wer bei Jesus ein Glückspilz ist. Dabei stellen wir fest, dass dies gar nicht so mit unseren menschlichen Maßstäben zusammen passt.

Wer bewundert schon einen armen Menschen, oder einen Menschen der trauert? Oder wer schaut neidisch auf jemanden der ungerecht behandelt wird? Wer möchte gerne ungerechter weise verfolgt werden? Was meint Jesus denn da? Ist er wahnsinnig geworden? Betreibt er Gehirnwäsche, damit die Menschen jeden erdenklichen Unfug machen ohne sich dessen bewusst zu sein?

Sicher nicht, denn was Jesus hier beschreibt sind Menschen, die etwas ganz bestimmtes kapiert haben und dies praktizieren. Es geht hier um Menschen, die so leben wie Gott das von ihnen haben möchte und die Gott und seine Regeln in den Mittelpunkt ihres Lebens stellen. Diese Gesetze werden später in der Bergpredigt noch von Jesus näher erläutert und so viel möchte ich vorneweg nehmen, es sind nicht unbedingt Dinge die man gerne tut. Darum schickt Jesus etwas vorneweg und erklärt, dass diejenigen welche Gottes Regeln befolgen, dafür ärger bekommen können aber das Gott das ganze irgendwann einmal in Ordnung bringen wird. Das ist wichtig, dass man das kapiert hat. Denn bei all der Ungerechtigkeit die passiert indem wir andere ungerecht behandeln oder selbst ungerecht behandelt werden ist Gott niemand der „fünfe grade“ sein lässt. Gott ist gerecht. Doch Gott lässt uns auch Zeit unsere Fehler einzusehen und um Verzeihung zu bitten. Genauso bei anderen Menschen. Gott weiß, dass wenn in einem Konflikt jeder sich wehrt, dass ganze irgendwann einmal eskaliert oder dazu führt, dass der Stärkere die Oberhand gewinnt und der Schwächere klein bei geben muss, völlig unabhängig davon ob er „im Recht“ ist oder nicht.

Gott fordert die Menschen heraus, anders zu sein und Frieden zu stiften. Nicht zurückzuschlagen und denen gutes zu tun, die einem böses getan haben. Aber dafür verspricht er auch Gerechtigkeit und Belohnung. Er wird sich der Sache annehmen, nur nicht sofort sondern jeder bekommt die Chance seinen Fehler einzusehen. Und so schickt Jesus eine wichtige Grundlage vorneweg, die wichtig für alle seine Zuhörer ist, damit sie das was noch kommt auch richtig verstehen können.

Seine Aussage ist:

Wenn ihr Gott gehorcht, dann kann das manchmal zu Schmerzen, Verzicht oder Ungerechtigkeit euch gegenüber führen. Doch ich verspreche euch, dass alles in Ordnung kommen wird. Es wird nicht vergessen werden und ihr werdet neben der Gerechtigkeit sogar noch eine Belohnung bekommen.

Auch hier sehen wir wieder, wie Gott ständig versucht die Menschen zu beschenken. Er ist nicht einfach jemand, der das Problem löst und sich damit zufrieden gibt. Er belohnt auch dafür wenn man ihm gehorsam ist. Allerdings müssen wir Geduld haben und die Dinge nicht selbst in die Hand nehmen, sondern ihn machen lassen.

Vielleicht hilft es dir ja das nächste mal, wenn du ungerecht behandelt wirst besser damit umzugehen, wenn du weißt, dass Gott das ganze nicht vergisst sondern sich um deine Belange kümmert. Und vielleicht hilft dir dieses Verhalten von Gott auch ihn mehr für seine Liebe zu allen zu respektieren. Denn er könnte auch ohne Probleme einfach direkt bestrafen. Es gibt in der Bibel genügend Beispiele wo Gott direkt und hart bestraft hat. Darum bin ich für diese Gnade dankbar und freue mich an seiner Liebe.