Die Bergpredigt

Bei der Bergpredigt handelt es sich um eine Predigt von Jesus, die in Matthäus 5 bis Matthäus 7 überliefert ist. Nachfolgend sollen die einzelnen Abschnitte, so weit ich es verstehe, erläutert werden.

Einleitung

Als Jesus die Menschenmenge sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, seine Jünger versammelten sich um ihn, und er begann sie zu lehren.

Matthäus 5,1-2 (Neue Genfer Übersetzung)

Das ist der Anfang der Bergpredigt. Die Bergpredigt ist ganz am Anfang von dem öffentlichen Auftreten von Jesus. Er hatte gerade erst eine Jünger berufen und war dann durch Galiläa gezogen. Dort besuchte er die Synagogen und verkündete Gottes Botschaft und machte die Kranken und Leidenden Menschen gesund.1

Das hat sich natürlich herumgesprochen. Plötzlich war da jemand, der über Superkräfte verfügte und der von Gott redete. Was mögen die Menschen wohl gedacht haben? Was hat sie dazu gebracht zu kommen?

Bei manchen war es sicher ganz offensichtlich das Bedürfnis nach Hilfe, den Kranken zum Beispiel. Plötzlich gab es wieder Hoffnung für sie. Da war jemand, der dem Schicksal getrotzt hat und ihnen die Möglichkeit gab wieder gesund zu werden. Jemand der ihnen diese Hilfe bieten konnte, die sie bei Ärzten nicht gefunden hatten.

Bei anderen kann ich mir gut vorstellen, dass es so ähnlich war wie wenn auf der Autobahn ein Unfall passiert ist und auf der Gegenfahrspur sich ebenfalls ein Stau durch „Gaffer“ bildet, nämlich dass sie die Neugier angetrieben hat. Dort war etwas los, dass sehr ungewöhnlich war. Etwas worüber alle sprachen. Etwas sehr spektakuläres. Und so kamen sie vielleicht mit der Hoffnung, später zuhause etwas erzählen zu können und so im Mittelpunkt zu stehen. Aber vielleicht auch einfach die Neugier, zu hören was der Mann zu sagen hat.

Oder sie kamen mit der Hoffnung, dass hier jemand ist, der ihnen vielleicht Antworten auf ihre Fragen bietet. Jemand der mit den Dingen fertig wurde, denen die Menschen ohnmächtig gegenüberstanden konnte doch auch ihnen Antworten auf Fragen geben, die sie brennend interessierten.

Andere waren vielleicht auch einfach nur da, weil es gerade „trendy“ war. Man wollte dabei sein, schließlich machten das ja alle. Man wollte nicht als verstaubt und altbacken gelten sondern up-to-date sein.

Und so kam eine große Menschenmenge zusammen. Jeder mit seinen Vorstellungen und Wünsche und von den oben beschriebenen Gruppen waren sicher von jedem Typ einige Menschen dabei.

Vielleicht haben wir uns auch schon oft aufgemacht um Jesus zu „treffen“ oder ihn zu „suchen“. Das geht heute natürlich nicht mehr sichtbar und greifbar. Heute gibt es andere Wege zu Jesus zu kommen. Man kann Beten, die Bibel lesen und sich in die Ruhe zurückziehen und hören was er zu sagen hat. Die Frage stellt sich dann, was ist die Motivation? Mit welcher der Gruppen kann ich mich identifizieren? Oder bin ich gar eine weitere Gruppe?

Was auch immer die Antwort ist, Jesus schickt niemanden weg. Ganz egal ob die Menschen aus purem Eigennutz, echtem Interesse oder plumper Neugierde gekommen sind, er nimmt sich für jeden Zeit.

Das erste was passiert, ist dass er auf einen Berg steigt. Als Anmerkung steht hier noch, dass es auch Bergland gewesen sein könnte. Ich war diesen Sommer in Island zum Urlaub machen. Dort gab es auch Berge und Bergland und etwas ist mir dort in Erinnerung geblieben, nämlich die Ruhe die dort geherrscht hat. Dort war kein Alltagsstress, dort war kein Handyempfang, kein Internet und kein sonstiger Trubel. Es war einfach nur Natur pur.

Ich denke, dass Jesus das mit Absicht gemacht hat. Denn er wollte, dass die Menschen ihn verstehen und dafür muss man zuhören können ohne das man abgelenkt ist. Dafür ist Ruhe und Stille sehr hilfreich und ich denke es ist auch wichtig, wenn wir Jesus hören wollen, dass wir uns Zeit nehmen und uns mit ihm zurückziehen wo wir unsere Ruhe haben.

Ein weiterer Grund der mir einfällt ist, dass Jesus vom Berg aus sicher leichter für alle zu sehen und zu hören war. Auch hier fällt mir wieder Island ein. Es gibt dort ein Tal, das durch den Grabenbruch entstanden ist. Grabenbruch bedeutet, dass sich Risse in der Erdoberfläche gegeben hat2. Diese Stelle heißt „Pingvellir“ und dort fanden früher die isländischen Volksversammlungen statt. Das lag zum einen an der zentralen Lage und zum anderen aber auch daran, dass dort eine gute Akustik dafür gesorgt hat, dass man sich auch ohne Lautsprecher gut verständigen konnte. Ich denke, dass Jesus aus diesem Grund auf den Berg gestiegen ist.

Er wollte, dass alle Menschen die Möglichkeit haben ihn zu hören. Nicht nur die welche vorne stehen oder schneller waren, sondern jeder sollte die gleiche Möglichkeit haben Jesus zu hören. Dafür hat Jesus die Mühe auf sich genommen auf den Berg zu steigen. Ich weiß nicht wie hoch dieser Berg war und wie weit er dafür aufsteigen musste. Es war sicher kein stundenlanger Marsch, aber es zeigt, dass Jesus an den Menschen interessiert war und dafür bereit war auch mühen auf sich zu nehmen. Mancher Star heute hätte vielleicht hier eher einen Rückzieher gemacht oder wäre dann eben nur für einen exklusiven Teil der Menge zur Verfügung gestanden. Der Rest hätte dann einfach Pech gehabt. Schließlich wollen die Menschen ja etwas von einem und nicht umgekehrt. Doch Jesus stellt hier seine eigenen Bedürfnisse hinten an und geht auf die Menschen zu. Dann setzte er sich, und sicher haben das die anderen Menschen auch getan und es ging los.

Folgende Fragen stellen sich für mich und ich möchte sie dir weitergeben, vielleicht helfen sie dir ja.

  1. Bin ich motiviert von Jesus etwas zu hören und wenn ja, was ist meine Motivation?
  2. Wie viel ist es mir wert? Bin ich bereit auch mal in die Stille zu gehen?
  3. Gibt es Menschen für die ich da sein kann oder soll?
  4. Wie gehe ich mit ihnen um? Stelle ich meine Bedürfnisse zurück um ihnen zu helfen?

1Matthäus 4,23-25

2http://de.wikipedia.org/wiki/Riftzone

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